VALIE EXPORT
Eine Werkschau
11.02. – 10.04.2005
Kuratorin: Caroline Bourgeois
Ausstellungsorganisation: Christine Humpl
Das Werk einer der wichtigsten österreichischen
Künstlerinnen der Gegenwart wird mit einer umfangreichen
Einzelausstellung mit über 120 Exponaten gewürdigt.
Die von Caroline Bourgeois kuratierte Wanderausstellung entstand
in Zusammenarbeit mit dem Centre National de la Photographie (CNP)
in Paris und war bereits in Sevilla, Genf und in London zu sehen.
Die Ausstellung gibt einen Überblick über das Schaffen
von VALIE EXPORT
von 1965 bis heute.
Nach vier Jahrzehnten aktiver künstlerischer
Arbeit besitzt die Künstlerin (geboren 1940 in Linz) nicht
nur in den USA sondern mittlerweile auch in Österreich und
international einen höchsten künstlerischen Stellenwert
als eine der bedeutendsten Protagonistinnen der Medienkunst. In
den 1980er und 1990er Jahren hatte sie mehrere Gastprofessuren
in Europa und den USA inne; seit 1995 ist sie Professorin für
Multimedia-Performance an der Kunsthochschule für Medien
in Köln.
Mit ihren Performances, Fotografien,
Installationen und Filmen hinterfragt VALIE EXPORT die Identität
und Rolle der Frau/Künstlerin in der Gesellschaft, mediale
Repräsentationssysteme sowie aktuelle soziale und kulturelle
Zwänge. Die Künstlerin untersucht die Wirkungen und
Effekte, die technische und elektronische Medien auf die Wahrnehmung
der Menschen, auf ihre Kommunikation und sozialen Verhaltensformen
ausüben.
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VALIE EXPORT
Touching. Body Poem (1979/1991)
Videoinstallation: 4 Monitore, 4 Videos, 4 VHS Recorder, 59 x 138 x 108,5 cm
Fotonachweis: Werner Kaligofsky
© 2005 VBK Wien
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Die Ausstellung lässt
sich nach sieben Werkgruppen aufschlüsseln. Beginnend mit
den frühen Arbeiten, die sich mit der Identität
der Künstlerin und ihrer Position in einer von Männern
dominierten österreichischen Kunstszene der Nachkriegsjahre
beschäftigen. 1967 ist die Geburtsstunde der Marke VALIE
EXPORT. Die Künstlerin legt ihren bisherigen Namen, Waltraud
Höllinger, ab, benennt die österreichische Zigarettenmarke
SMART EXPORT für sich um und posiert damit auf sehr maskuline
Art. Identitätswechsel, Rollentausch und Selbstporträts
werden sich auch weiterhin wie ein roter Faden durch ihre Arbeiten
ziehen.
Aufsehen erregt die Künstlerin aber v.a. durch ihre spektakulären
Performances der 1960er Jahre, die im Umfeld der "zweiten
Generation" des Wiener Aktionismus entstanden sind. In der legendären
Aktion mit Peter Weibel (Aus der Mappe der Hundigkeit,
1968) führte sie einen demütig auf allen vieren kriechenden
Peter Weibel an der Leine spazieren. Die Aktion TAPP und TASTKINO
(1968) beinhaltet neben der Körper-Aktion auch eine von VALIE
EXPORT neu verwendete Kunstform, jene des "Expanded Cinema"
(erweitertes Kino). Das Medium Film wird durch neue Verfahren
ersetzt und erweitert: eine vor die Brust der Künstlerin
geschnallte Kartonkiste wurde zum Kinosaal, der nackte Oberkörper
zur Leinwand.
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VALIE EXPORT
Tapp und Tastkino (1968)
S/W – Fotografie, Ed. 1/5, 76 x 85 x 4 cm
Fotonachweis: Courtesy Galerie Charim, Wien
© VBK, Wien, 2005
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In ihren konzeptuellen
Fotografien arbeitet die Künstlerin mit dem Fotoapparat
ähnlich wie mit einer Videokamera und destabilisiert dadurch
das Raum-Zeit-Gefüge.
Videoinstallationen, Projektionen und Filme sind eine weitere
in der Ausstellung vertretene Werkgruppe von VALIE EXPORT. Gemeinsam
mit Peter Weibel gehörte sie 1973 mit zu den ersten, die
im Ausstellungskontext interaktive elektronische Konzepte erprobt
und den Besuchern eine vorab definierte Aktion abverlangt haben.
In Autohypnose (1969/1973), kann der Besucher durch das
richtige Abschreiten eines bestimmten Codes auf einer Bodenplatte
einen Videorekorder mit einer Aufzeichnung applaudierender Menschen
auslösen. Zudem werden zwei DVD-Kompilationen mit den wichtigsten
Aktionsdokumentationen und Experimentalfilmen der Künstlerin
in der Ausstellung gezeigt.
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VALIE EXPORT
Body Sign Action (1970)
s/w – Fotografie, Ed. 2/3, Sujet 5 von 5, 96 x 141 cm
Fotonachweis: Courtesy Galerie Charim, Wien
© VBK, Wien, 2005
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In den Körperkonfigurationen der frühen 70er bis
80er Jahre untersucht die Künstlerin die Grenzen zwischen dem
menschlichen Körper und seinem Umfeld. Die innere Befindlichkeit
ausdrückend schmiegt VALIE EXPORT ihren Körper beispielsweise
an Hausecken, Stufen, Pfeiler und Landschaften.
Mit frühen Zeichnungen, die auch als "Kinderzeichnungen"
betitelt sind, ist ein eher selten gezeigter Werkblock der Künstlerin
in der Ausstellung vertreten.
"Ich hatte nicht die Absicht in
die Vergangenheit zurückzukehren, sondern wollte im Gegenteil
das Kind parodieren, in kindlicher Manier zeichnen und ein wenig
Feminismus hineinlegen." (VALIE EXPORT)
Katalog
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VALIE EXPORT - Eine Werkschau
Deutsch. Leporello-Katalog, 20 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen. Mit einem einführenden Text vom Hildegard Fraueneder und einem Interview von Élisabeth Lebovici mit der Künstlerin.
Edition Sammlung Essl Privatstiftung: Klosterneuburg 2005
VERGRIFFEN!
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Interview
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updated: 11.08.2010
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