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Der 1938 in Wien geborene Hermann Nitsch gilt als der wichtigste Initiator des
Wiener Aktionismus. Diesen vertritt Nitsch, im Gegensatz zu den anderen
Aktionisten Brus, Mühl und Schwarzkogler, der 1969 verstarb, auch heute noch.
Bereits im Jahr 1957 entwickelte Nitsch seine Idee vom
Orgien-Mysterien-Theater (OMT). Dieses Projekt, das von der Vorstellung eines
Gesamtkunstwerkes, unter Einbeziehung der Malerei, der Architektur und der
Musik, ausgeht und auf der Grundlage griechischer Mysterienfeste, eine
Kartharsis (Reinigung) zum Ziel hat, bestimmt bis heute Nitschs
künstlerische Arbeit. Die Sinne des Menschen werden im Laufe des Spiels
fast bis zu einem orgiastischen Höhepunkt angeregt, auf den dann, im
Idealfall, ein Erkennen des Selbst folgt. Seit 1971 finden die meisten der
"Orgien-Mysterien-Theater" Veranstaltungen in dem von Nitsch erworbenen
Schloß Prinzendorf in Niederösterreich statt.
Zunächst jedoch beschäftigte sich Nitsch in den späten 50er und
frühen 60er Jahren, angeregt durch den Tachismus und den abstrakten
Expressionismus, mit der Malerei. Ursprünglich kam Nitsch von der Graphik,
da er die graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien absolviert hat. Neben
seiner Malerei veranstaltete er aber ab 1960 auch erste "theatralische
Malaktionen", zum Teil gemeinsam mit Otto Mühl und Adolf Frohner. Bis in die 80er Jahre widmete sich Nitsch
dann ausschließlich der Verwirklichung seiner Idee des OMT, erst Mitte des
letzten Jahrzehnts begann er wieder mit der Fertigung autonomer Malerei.
Nitsch war 1971 und 1973 Gastdozent an der Kunstakademie und an der Hochschule
für bildende Kunst in Frankfurt, wo er auch als Professor von 1989-95
tätig war. In zahlreichen wichtigen Ausstellungen, zum Beispiel mehrfach
auf der "documenta" in Kassel, wurde das Werk von Hermann Nitsch einem
größeren Publikum präsentiert. Besondere Berühmtheit
erlangte Hermann Nitsch 1995 durch seine Ausstattung und Regiebeteiligung an
der Oper "Herodiade" von Jules Massenet an der Wiener Staatsoper.
Die 38. Malaktion
Am 26.10.96 fand im Klosterneuburger Schömer-Haus die 38. Malaktion von Hermann Nitsch statt. Nach seiner Aktion in der Wiener Secession 1987 war dies für den Künstler eine weitere Station auf dem Weg zur Vollendung seines "Orgien Mysterien Theaters", das im Sommer 1998 im 6-Tage-Spiel seinen vorläufigen Höhepunkt fand. Für das Sammlerehepaar Karlheinz und Agnes Essl erfüllte sich mit der Malaktion der Wunsch nach direkter Erfahrung eines Kunst und Leben miteinander verknüpfenden Schaffensprozesses.
Während der 38. Malaktion gelangte am 26.10.96 die von Hermann Nitsch komponierte musik für die 38. malaktion für Orgel, Saxophone, Trompeten, Posaunen und Stierhorn (1996) zur Uraufführung.
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Videoausschnitt aus
Hermann Nitsch's 38. Malaktion
im SCHÖMER-HAUS
Dauer: 2'40"
Quicktime Movie
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Ausführende:
- Sascha Otto, David Ender: Saxophon
- Jack Hauser: Saxophon & Stierhorn
- Leonhard Leeb, Eva-Maria Schlander: Trompete
- Renate Slepicka, Peter Kreuz: Posaune
- Karlheinz Essl: Orgel & Leitung
NITSCH - Eine Retrospektive
Werke aus der Sammlung Essl 1960 - 2000
Aus Anlass des 65. Geburtstages des Künstlers
17.10.2003 – 11.01.2004
Großer Saal, Ausstellungshalle, Rotunde, Kleiner Saal
Katalog
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Deutsch / Englisch mit Beiträgen von Andrea Cusumano, Karlheinz Essl sen, Karlheinz Essl jun, Hermann Nitsch und Wieland Schmied. 228 Seiten mit seitenfüllenden Abbildungen und einem Gesamtverzeichnis der Werke Nitschs in der Sammlung Essl.
Sammlung Essl Privatstiftung: Klosterneuburg 2003
€ 25.00
ISBN 3-902001-12-7
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Hermann Nitsch und seine Musik
Updated: 1 Oct 2003
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