PIERRE ALECHINSKY
1927 geboren in Brüssel
lebt und arbeitet in Bougival bei Paris
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Pierre Alechinsky, Galerie Lelong, Paris, 1988 Foto: Michel N’Guyen, courtesy Galerie Lelong, Paris
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Sans la Coquille, 1978
Acryl auf Papier und Leinwand, 101 x 154 cm
© VBK, Wien, 2009
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Persönliche Daten
| 1944–48 |
Studium der Typografie und Buchillustration
an der École nationale supérieure d’architecture
et des arts décoratifs |
| 1947 |
Mitglied der Gruppe „Jeune Peinture Belge“ |
| 1949–51 |
Mitglied der Gruppe CoBrA |
| 1977 |
Erste umfassende Retrospektive im Carnegie
Museum of Art in Pittsburgh und Auszeichnung mit dem Andrew-W.-Mellon-Preis
für das Gesamtwerk |
| 1983–87 |
Professur für Malerei an der École
nationale supérieure des beaux-arts in Paris |
Zum Werk
„Alles geschieht während der Arbeit (das ist ein Geheimnis der Malerei).“ 1
Pierre Alechinsky zählt zu den Protagonisten der Gruppe CoBrA,
die während der Jahre 1948-1951 bestand, deren Ideen und künstlerische
Konzeptionen jedoch weit über diese kurze Zeit hinweg wirksam
blieben. Künstler und Schriftsteller aus Kopenhagen, Brüssel
und Amsterdam schlossen sich zu einem kreativen Kollektiv zusammen
und stellten die Weichen für die Kunst der Nachkriegszeit.
Unter dem Einfluss des Surrealismus entwickelten die CoBrA-Künstler
eine autonome Bilderwelt und expressive Figuration. Die Faszination
der Darstellung des Irrealen, Unterbewussten und Zufälligen
begleitet den Künstler Pierre Alechinsky sein Leben lang.
Bereits während seines Studiums an der Hochschule für
Architektur und angewandte Kunst in Brüssel entwickelt Alechinsky
eine Liebe zu Buchmalerei und Schriftkunst wie zum Papier als bevorzugtem
Trägermaterial. Seine Affinität zur Literatur spiegelt
sich in zahlreichen Wortspielen in seinen Werktiteln wider.
Angeregt durch die Freundschaft mit dem chinesischen Maler und Dichter
Walasse Ting, beginnt Alechinsky in den frühen 50er Jahren
sich intensiv mit ostasiatischer Kalligraphie auseinanderzusetzen.
1955 bereist er Japan und dreht den Film „Calligraphie
japonaise“. Unter dem Einfluss der japanischen Tuschmalerei
wird die schwarze Farbe zum bestimmenden Gestaltungselement. Ähnlich
ostasiatischen Kalligraphiemeistern beginnt Alechinsky auf Papierbögen
auf dem Boden zu arbeiten, was seiner gestischen Pinselführung
und der spontanen Umsetzung kreativer Einfälle entgegenkommt.
1965 entsteht mit „Central Park“ sein erstes
Acrylgemälde mit zeichnerischen „Randbemerkungen“.
Diese „remarques marginales“ werden zu einem charakteristischen
Gestaltungsmittel des Künstlers. Das meist in Acrylfarbe auf
Papier gemalte zentrale Motiv wird an allen vier Seiten von Tuschzeichnungen
eingerahmt. Die vollendete Arbeit wird später auf Leinwand
aufgezogen.
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Tranche de savoir, 1994
Acryl auf Papier und Leinwand , 186 x 285 cm
Foto: Courtesy Galerie Lelong, Paris
© VBK, Wien, 2009 |
Auf zahlreichen Reisen erweitert Alechinsky seine Bildsprache. Immer
wieder entdeckt er neue Gestaltungsmittel und ungewöhnliche
Trägermaterialien. Bis heute verwendet Alechinsky für
seine Tuschzeichnungen und Randbemerkungen alte Zeichenpapiere,
Manuskripte, Navigationskarten, Aktien, Rechnungen und andere Schriftstücke.
In seinen Arbeiten entfaltet sich ein fantastischer Bilderkosmos
von schier unendlichem Motivreichtum, in dem sich Schlangen, Fabelwesen,
Vulkanausbrüche, Bäume und Schiffe, Meere und Gestirne
finden. Das Sujet wird vom Künstler nicht im Vorhinein festgelegt.
Das Bild entwickelt sich aus dem Zusammenspiel von körperlicher
Aktion, spontaner Assoziation und spielerischer Transformation des
Motivs.
1) Pierre Alechinsky, zit. nach Achim Sommer (Hg.), Pierre Alechinsky. Werke aus fünf Jahrzehnten, 2005, S. 8.
Daniela Balogh
Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum / Schömer-Haus
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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updated: 02.12.2011
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