GEORG BASELITZ
Geboren 1938 in Deutschbaselitz, Deutschland als Hans-Georg Kern
Lebt und arbeitet am Ammersee, Deutschland und in Imperia, Italien
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Georg Baselitz, 2007
Foto: Markus Thums
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Fingermalerei-Akt,
1972
Ö auf Leinwand
200 x 175 cm © Georg Baselitz
Foto: Mischa Nawrata, Wien |
Persönliche Daten
| 1956 |
Hochschule für bildende und angewandte
Kunst in Ost-Berlin |
| 1957 |
Verweis von der Hochschule wegen "gesellschaftspolitischer
Unreife" |
| 1957 - 63 |
Studium an der Hochschule für bildende
Kunst in West-Berlin bei Prof. Hann Trier |
| 1961 |
nimmt den Künstlernamen Georg Baselitz
in Anlehnung an seinen Geburtsort an |
| 1978 |
Professur an der Staatlichen Akademie der bildenden
Künste in Karlsruhe |
| 1983 - 88 |
Professur an der Hochschule der Künste
in Berlin |
| 1992 - 03 |
Professur an der Hochschule der Künste
in Berlin |
| 1999 |
Ehrenprofessur der Royal Academy of Arts in
London |
| 2000 |
Ehrenprofessur der Akademie der Bildenden Künste
in Krakau |
| 2004 |
Ehrenprofessur der Accademia di belle Arti,
Florenz |
| 2005 |
Verleihung des Österreichischen Ehrenzeichens
für Wissenschaft und Kunst |
Zum Werk
"Ein Gegenstand, auf dem Kopf gemalt, ist tauglich für
die Malerei, weil er als Gegenstand untauglich ist. […] Die
Richtigkeit der Darstellung wird nicht korrigiert. Mein Verhältnis
zum Gegenstand ist willkürlich. Durch aggressive, dissonante
Verkehrung der Ornamentik wird das Bild methodisch organisiert.
Die Harmonie gerät ins Wanken, eine weitere Grenze ist erreicht."
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Georg Baselitz ist als junger Künstler in der DDR schweren
Repressalien ausgesetzt und übersiedelt 1957 in den Westen
Deutschlands. Die dort vorherrschende abstrakt-gestische Malerei,
vom Westen als Inbegriff von Freiheit und Individualität
propagiert, ist ihm genauso suspekt wie die staatsgelenkte, erzählerische
Kunst in der DDR.
Seine "Heldenbilder" von Anfang der 1960er Jahre zeigen
einsame Antihelden der Nachkriegsgeneration, ganz im Gegensatz
zum Menschenbild des sozialistischen Realismus. Der Künstler
geht immer vom Gegenstand aus, die malerische und formale Umsetzung
des Motivs ist für ihn jedoch das Wesentliche.
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Hockender
Hund, 1968
Öl auf Leinwand
162 x 130 cm © Georg Baselitz
Foto: Photoatelier Laut, Wien |
In den 60er Jahren entwickelt Baselitz eine Malerei, die immer mehr
das Rohe, Unverbildete und Unmittelbare des Malaktes in den Vordergrund
stellt. So beginnt er in den "Frakturbildern", zu denen
die Arbeit "Hockender Hund" von 1968 gehört, Gegenstände
zu zerlegen. Damit zerstört er nicht nur den einheitlichen
Bildraum, sondern verringert auch die Bedeutung des Gegenstandes
für die Erzählung; zugleich entstehen sehr dynamische
Bilder. 1969 dreht Baselitz in "Der Wald auf dem Kopf"
zum ersten Mal das Motiv um 180 Grad, um die malerischen Effekte
in den Vordergrund zu stellen. Die Bilder mit auf dem Kopf stehendem
Motiv bringen ihm Weltruhm ein. Ein bedeutendes Beispiel aus dieser
Zeit, das sich in der Sammlung Essl befindet, ist das "Selbstportrait
Fingermalerei Akt" von 1972.
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Lenin auf
der Tribüne (Gerasimov), 1999
Öl auf Leinwand
250 x 250 cm
Foto: Mischa Nawrata, Wien |
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Schigago, 2007
Öl auf Leinwand
300 x 250 cm
Foto: Galerie Thaddaeus Ropac |
Seit den 90er Jahren wird Baselitz’ Malerei leichter, luftiger,
der weiße Bildraum gewinnt an Bedeutung und sein selbst
gewähltes "Dogma" der Motivumkehrung wird von ihm
variiert. Motivisch beschäftigt sich Baselitz in den späten
90ern noch einmal mit Werken des sozialistischen Realismus. Den
berühmten "Lenin auf der Tribüne" stellt er
nicht nur auf den Kopf, durch eine fast pointillistische Auflösung
wird die politische Bedeutung des Motivs in Malerei überführt.
In letzter Zeit nimmt der Künstler in der Bildserie "Remix"
seine Motive aus den frühen 60er Jahren wieder auf und behandelt
sie malerisch neu.
1) Georg Baselitz: Texte, in: Georg Baselitz, Cantz Verlag,
Ostfildern 1996, S. 182 ff.
Andreas Hoffer
AUSSTELLUNGEN UND Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
Weblink
www.georgbaselitz.com >>
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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