RUDOLF HRADIL
1925 geboren in Salzburg
2007 gestorben in Wien
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Rudolf Hradil, 1993
Foto: Gabriela Brandenstein
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San Francisco, 1980
Aquarell auf Papier
70,5 x 50 cm
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Persönliche Daten
| 1947-1951 | Studium an der Akademie der bildenden Künste, Wien (bei Robin C. Andersen, Herbert Boeckl, Albert Paris Gütersloh) |
| | In den Semesterferien bei Anton Kolig in Nötsch/Gailtal |
| 1951/52 | Paris Stipendium; Studium im Atelier Fernand Léger |
| 1959-60 | Central School of Arts and Crafts, London |
| 1963 | Stipendium am Österreichischen Kulturinstitut, Rom |
| seit 1964 | Mitglied der Secession, Wien |
| 1981/82 und 1984 | Lehrauftrag an der Internationalen Sommerakademie, Salzburg, Klasse für Radierung |
| 1982 | Einladung an das Österreichische Kulturinstitut, Istanbul |
| 1986 | DAAD-Stipendium, Berlin |
| 1989 | Lehrauftrag an der Internationalen Sommerakademie, Salzburg, Klasse für Aquarellmalerei |
| 2005 | Goldenes Ehrenzeichen des Landes Salzburg |
Zum Werk
„Selten ist das Wort »Vergänglichkeit« so unprätentiös, so leise, so ohne alles Pathos ausgesprochen worden wie in den Aquarellen des Salzburgers Rudolf Hradil.“ 1
Rudolf Hradil hat als Zeichner begonnen, erweiterte sein Können mit der Druckgraphik, indem er seit 1953 lithographierte und ab 1959 bevorzugt Radierungen herstellte. Er war vor allem in der Technik der Kaltnadelradierung spezialisiert und entwickelte sogar eine eigene Druckart. Aufgrund der intensiven Beschäftigung mit Graphik ergibt sich eine Beschränkung auf Grauwerte, Schwarz und Weiß, was sich auch prägend auf seine Ölmalerei und Aquarelle auswirken sollte.
Zu seinen bevorzugten Motiven zählen Stadt- oder Hafenansichten, sowie Stillleben und Landschaftsdarstellungen. Obwohl er auf seinen Städtereisen durch New York, Paris, Rom, Berlin und Venedig Sehenswürdigkeiten in Fülle vor Augen hatte, konzentrierte er sich auf unspektakuläre und gewöhnliche Orte. Vor allem die gewachsenen Strukturen einer Stadt mit dem Nebeneinander von historischer Bausubstanz, alten Objekten und notwendig gewordener Infrastruktur mit ihrer modernen Technik weckten Hradils Aufmerksamkeit.
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Stadtbahnbrücke, 1985
aus der Mappe Stadtprofile
Schwarz/Weiß Lithographie auf Papier
50 x 66 cm
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Im Vereinen von Tradition und Moderne entsteht jene für Hradil typische, stilistische Ausprägung: aufgrund seiner Ausbildung vom österreichischen Expressionismus und Surrealismus her kommend, verarbeitet er in der Nachkriegszeit die internationalen Ideen des Kubismus und Futurismus, die vor allem in Paris über Fernand Léger transportiert wurden.
In zahlreichen graphischen Mappen entstehen einfühlsame Städteportraits, in welchen pulsierende und pittoreske Städte völlig menschenleer gezeigt werden. Mit unzähligen Linien werden dicht verbaute Stadtszenen aus ungewohnten Perspektiven festgehalten. Die Gebäude sind gewollt bewegt und windschief angelegt und wirken auf den Betrachter, als würden sie atmen. Trotz der kaleidoskopartigen Zusammensetzung diverser Stadtelemente aus Liniengeflechten bleibt die Erkennbarkeit und das Charakteristische der Stadt erhalten.
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Schlepper vor San Marco, 1983
Aquarell auf Karton
38 x 57,50 cm
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Nußdorfer Wehr, 1991
Aquarell auf Papier
38 x 56 cm
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Eine wichtige künstlerische Ausdrucksweise findet Rudolf Hradil in der Aquarellmalerei, mit der er 1964 während eines Rom-Aufenthaltes begann. Diese fasziniert vor allem durch das atmosphärische Moment und ein stark reduziertes Kolorit. Hier tritt eine zarte Ton-in-Ton-Malerei zu Tage, aus der nur einige wenige, immer noch gedämpfte Farben hervor scheinen. Bevorzugt werden Gelb-, Ocker- und Brauntöne, meistens durch Grauabstufungen gebrochen, wodurch oft melancholische Stimmungen erzeugt werden, wie zum Beispiel bei vielen venezianischen Lagunenansichten.
Neben seinen »städtisch-technischen« Bildern, wie Hradil seine Werke selbst kategorisierte, entstehen vor allem in Aquarellmalerei viele seiner »landschaftlich-lyrischen« Bilder, die eine gewisse Poesie des Vertrauten und Alltäglichen ausstrahlen.
Annette Stein
1) Zitat Wieland Schmied, in: Wieland Schmied, Rudolf Hradil. Aquarelle, Salzburg: Verlag Galerie Welz, 19952, Klappentext des Schutzumschlages und S.10.
Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
| 2010 | WEGGEFÄHRTEN. Der Beginn der Sammlung |
| 1997 | Utopie und Weltschmerz. Arbeiten auf Papier |
| 1996 | Realismus als Methode |
| 1993 | Jan Hoet präsentiert die Sammlung Schömer |
| 1987 | Österreichische Gegenwartskunst aus der Sammlung bauMax |
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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updated: 13.12.2011
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