WALTER NIEDERMAYR
1952 geboren in Bozen
Lebt und arbeitet in Bozen
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Walter Niedermayr,
2005
Foto: © Cristina Busin |
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Ghiacciaio della Marmolada
II, 1995
9-teilige Serie aus 8 C-prints und 1 s/w Fotografie
80 x 100 cm
Foto: Archiv Sammlung Essl |
Persönliche Daten
| 1995 |
European Photography Award |
Zum Werk
Die Zeitschrift für Fotografie und Medienkunst EIKON schrieb
über Walter Niedermayrs Werk, auffällig sei „besonders
seine Arbeit mit der Farbe, die sich den Pastelltönen nähert,
meistens im Gegensatz zum Standard der Fotolabors mit ihren dichten
und satten Farben überbelichtet, was die Bilder etwas mehr
der Wirklichkeit entrückt und sie verblasst und durchsichtig
erscheinen lässt.“1
Walter Niedermayr gestaltet fotografische Serien, oft über
mehrere Jahre lang aufgenommene Folgen von Räumen in Gebäuden
oder von Naturräumen: bekannt wurde er vor allem mit seinen
alpinen Landschaftsausschnitten. Die Auseinandersetzung mit der
Zivilisation, mit der Unwirklichkeit von urbanen Orten, aber besonders
mit touristischen Eingriffen in die Natur ist das Thema seiner Arbeit.
Er untersucht die Auswirkung von Massentourismus und Freizeitindustrie
auf vermeintlich unverwüstliche Bergmassive. Der Fotograf zeigt
eine berührte Natur, eine durch infrastrukturelle Eingriffe,
wie Liftanlagen und Schneeraupen benutzerfreundlich gemachte Landschaft.
Gerade aber Liftanlagen und Schneeraupen hinterlassen Narben und
veranschaulichen die Verletzlichkeit der Natur. Die Fotos kontrastieren
dadurch mit der von den Klischees der Hochglanzprospekte geprägten
Wahrnehmung der Alpenwelt und lassen diese in einem neuen Licht
erscheinen. Niedermayrs Blick ist distanziert, aber nicht unpersönlich.
Nicht eine vordergründige ökologisch-politische Zivilisationskritik
steht im Mittelpunkt, sondern eine subtile Wahrnehmungsarbeit, ein
Sichtbarmachen der alpinen Wirklichkeit.
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Shiga Kogen IV, 2000
C-Print
2-teilig
je 100 x 130 cm
Foto: Mischa Nawrata, Wien |
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Niedermayr ordnet die Fotografien als Polyptychen an, die sowohl
horizontal als auch vertikal aus mehreren Aufnahmen zusammengesetzt
sind. Von unterschiedlichen Standpunkten aus fotografiert, ergibt
ihre Addition einen neuen, mehrschichtigen Raum, in dem der Blick
des Betrachters flanieren kann. Die Kombination von mehreren Blickpunkten
in mehrteilige, ineinander verflochtene Bildtableaux erfordert eine
Umschichtung der Sehgewohnheiten. Einzelne Sequenzen überschneiden
sich motivisch an den Bildübergängen und ergeben in der
Zusammenschau ein künstliches Panorama. Die Überbelichtung
erzeugt einen hellen Grund, der die Flächigkeit betont.
Das Diptychon „Shiga Kogen IV“ (2000) breitet in panoramahafter
Weite einen schneebedeckten Schihang vor dem Betrachter aus, worauf
die rot gekleideten Schitouristen fast verloren wirken, sie verwandeln
sich auf der Bildfläche regelrecht zum Ornament.
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Bildrad, 2006
C-Print
16 x 38 cm
Foto: Mischa Nawrata, Wien |
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Auf dem C-Print „Bildrad“ (2006) ist eine Gebäudefassade
ausschnitthaft wider gegeben, die zum Großteil aus verglasten
Flächen besteht. Der Blick geht durch das an der Vorderfront
befindliche Glas, erfasst den Innenraum dahinter, wandert wieder
durch Glas und erreicht die hinter dem Gebäude liegende Häuserlandschaft.
Die Überbelichtung bewirkt einen weichzeichnerischen Effekt
und lässt die Pastelltöne und hellen Abschnitte diffus
aus dem Bild heraustreten. So überschreitet der Betrachter
in Niedermayrs Bildern Grenzen zwischen den einzelnen Abschnitten
und erfährt die schier grenzelose Weite des Raums. Sein Blick
kommt aus der Distanz, taucht tief ein in das Bild, wandert von
Abfolge zu Abfolge und wird somit Teil des abgebildeten Geschehens.
Günther Oberhollenzer und Elisabeth Pokorny-Waitzer
1) Michel Guerrin, „Walter Niedermayr, Zwischen Tradition
und Auflösung“, in: EIKON – Internationale Zeitschrift
für Fotografie und Medienkunst, Nr. 16/17, 1995/96, S.
5-12.
Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
| 2007 |
FOTO.KUNST.
Zeitgenössische Fotografie aus der Sammlung Essl |
| 2007 |
A
TRIBUTE - 35 YEARS OF THE ESSL COLLECTION |
Weblink
www.walterniedermayr.com >>
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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updated: 01.03.2011
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