MUSIK IM ESSL MUSEUM
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RANDZONEN
In Zeiten der Krise zeigt sich immer wieder, dass Erneuerung nicht in den etablierten Zentren, sondern - zunächst unbemerkt - an der Peripherie stattfindet. Diesen Randphänomenen widmen wir heuer unser Musikprogramm. Spielzeuge als vollwertige Musikinstrumente, psychische Grenzerfahrungen zur Erweiterung der Wahrnehmung, Mozarts Klaviermusik als Klangspiegel einer Beziehungskrise, die Auslotung der Langsamkeit unter Aufhebung des Zeitempfindens: Dies sind nur einige Schlaglichter auf exemplarische Entwicklungen abseits des Mainstreams, die im Essl Museum und SCHÖMER-HAUS zur Diskussion gestellt werden.
Zu diesen abenteuerlichen Reisen durch unerkundetes Terrain möchte ich Sie herzlich einladen. Der Eintritt zu unseren Konzerten ist wie immer frei.
Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Essl
Musikintendant des Essl Museums
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Konzertprogramm 1/2013
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WHATEVER SHALL BE
Mi 23.01.2013, 20:00 Uhr
Essl Museum
Musik für Spielzeuginstrumente und Live-Elektronik
- Isabel Ettenauer: Toy Pianos, Kalimba, Spieluhr, Live-Elektronik
- Karlheinz Essl: Komposition
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Kleine Instrumente - ganz groß. So könnte auch das Motto dieses Konzertes lauten, in dem Isabel Ettenauer Werke für Spielzeuginstrumente aus der Feder Karlheinz Essls interpretiert. 2005 hat dieser sein erstes Stück für das Toy Piano geschrieben, welches ihm den Einstieg in eine faszinierende Klangwelt jenseits der etablierten Orchesterinstrumente ermöglichte.
Seit über 10 Jahren widmet sich die Pianistin Isabel Ettenauer dem Spielzeugklavier. Ihre Zusammenarbeit mit KomponistInnen aus der ganzen Welt hat maßgeblich zur Etablierung des Toy Pianos auf den internationalen Konzertpodien beigetragen.
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THE DEVIL DANCES IN THE EMPTY POCKET
Mi 06.03.2013, 20:00 Uhr
Essl Museum
Sound/Performance
- Franz Hautzinger: Vierteltontrompete
- Johannes Kretz: Digital-Elektronik
- Marko Ciciliani: Analog-Elektronik, Licht
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Man sagt, der Teufel tanze in leeren Taschen. Begünstigen finanzkrisenleere Taschen den Teufelstanz? Oder eröffnet dies die Chance, dass in den leeren Taschen eine neuer schöpferischer Raum ungebändigter Kreativität entsteht? Wo sind die Teufel, wo die Engel?
Franz Hautzinger, Johannes Kretz und Marko Ciciliani versuchen mit unterschiedlichsten Klangmitteln die Annährung an das Unmögliche, an den imaginären Schnittpunkt zwischen den schnellen mentalen Bewegungen im Kopf und ihren riskanten, instabilen Manifestationen im klingenden Raum. Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel unberechenbarer Natur, ein Tanzen der schnellen Gedanken und Klänge im Raum. Der Trompeten-Luftstrom verbindet sich mit seiner elektronischen Verstärkung und Transformation zu einem Kontinuum: Luft - Strom - Strömen - Klangstrom - Geist!
Wir kennen Bertl Mütter als eigenwilligen Befrager von Schubert, Schumann, Bruckner oder Mahler. Nun tritt er in einen intimen Dialog mit Morton Feldman und assoziiert dazu Beethoven, Schubert und Schostakowitsch, dazwischen, als verbindende Trennschicht, Bach. SOSTENUTO ist ein sehr langes und sehr leises Stück. Wo sich die Zeit aufhebt. Über das Aufhören, Fragen zu stellen. Musik von infamer Zartheit und Langsamkeit als Bewegung in der Stille.
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ALSO DANN
So 05.05.2013, 19:30 Uhr
SCHÖMER-HAUS
Eine erotische Versuchsanordnung mit Mozart
Musiktheater für zwei Schauspieler und Klavierduo
- Christina Weiser und Klaus Beyer: Schauspiel
- Klavierduo Grau/Schumacher
- Text: Verena Joos
- Re-Komposition und Regie: Reinhard Karger
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Ein Mann und eine Frau. Früher einmal haben sie sich gefunden, dann im Lauf der Zeit wieder verloren. Sie können sich nicht festhalten, aber voneinander lassen können sie auch nicht. So bleiben sie unter fortwährendem Hader ineinander verkeilt - was sie noch aneinander bindet, ist der Drang zum Rechthaben. Ein Rosenkrieg, in dem es nur Verlierer gibt.
Zwei Konzertflügel, vierteltönig gegeneinander verstimmt. Auch sie kämpfen, symmetrisch zum Bühnengeschehen, um den „rechten Ton“. Ihr Repertoire an Argumenten rekrutiert sich aus dem Kopfsatz von Mozarts Sonate a-Moll KV 310. Dabei verwandeln sich Motive und Töne des einen Klaviers im veränderten mikrotonalen Kontext des anderen zu schmerzlich dissonierenden Fremdkörpern oder unerwiderten Klopfzeichen. Und doch scheint in diesen filigranen musikalischen Gebilden unversehens ein Gran Utopie aufzutauchen...
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TRAPDOOR
Mi 15.05.2013, 20:00 Uhr
Essl Museum
Sound/Performance
- Didi Bruckmayr: Stimme
- Bernhard Loibner: Processing, Elektronics
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Ausgangspunkt dieser Performance ist die Stimme des Vokalextremisten Didi Bruckmayrs. 2009 lernte er in einem wochenlangen Spezialtraining, sich in Trance zu versetzen und frei von Ängsten und Zwängen, seiner Intuition folgend aus dem Unbewussten heraus zu singen und zu agieren. Dies führt zu Zuständen hoher Transzendenz, wo der Sänger ohne Gefühl für Raum und Zeit durch "unbewusste Landschaften" wandert und in höchst sonderbaren Sprachen spricht, erzählt und singt.
Bernhard Loibner übernimmt dieses stimmliche Rohmaterial und bearbeitet es mithilfe seines Computers, der den Gesang verfremdet, verlangsamt, beschleunigt, zerstückelt und neu zusammensetzt. Der elektronische Output dient Bruckmayr als Basis für weitere stimmliche Aktivitäten, die wiederum die computergesteuerte Kontextualisierungsmaschine befeuert - ein musikalisch-kybernetisches System mit unklarem Ausgang.
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SOUNDINGS III
Mi 12.06.2013, 20:00 Uhr
Essl Museum
Neueste Arbeiten von Studierenden der Kompositionsklasse Karlheinz Essl
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Aktuelle Kompositionen, Performances und Klanginstallationen von Alexander Chernyskhov (RU), Alejandro del Valle-Lattanzio (CO), Alessandro Baticci (IT), Lucía Jurado (ES), Clio Montrey (CAN), Roozbeh Nafisi (IR), Erik Emil Eskildsen (DK) und Sebastian Adams (IE).
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